Tue. Feb 7th, 2023

Ein heute von der Europäischen Umweltagentur EEA vorgestellter Bericht zeigt, wie mit naturbasierten Lösungen Herausforderungen wie die Klimakrise, das Artensterben und die Verschlechterung von Ökosystemen angepackt und gleichzeitig ein Mehrwert für Gesellschaft und Wirtschaft geschaffen werden können. Die zahlreichen bereits bestehenden sowie technisch möglichen Maßnahmen sollten laut EEA europaweit kartographiert werden, damit politische und gesellschaftliche Akteure unterschiedlicher Ebenen auf dieses Wissen zugreifen können. Darüber hinaus fordert die EEA, dass der geplante EU-Renaturierungsplan ambitionierte politische Maßnahmen beinhalten muss.

Hierzu kommentiert die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus, Mitglied im Umweltausschuss:

„Ich werde mich bei den Verhandlungen zum EU-Renaturierungsplan mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die EU klare Kriterien und ausreichend finanzielle Ressourcen zur Wiederherstellung zerstörter Lebensräume bereitstellt. Wir können uns nicht länger hinter Lippenbekenntnissen verstecken, wenn wir unser Ziel aus der EU-Biodiversitätsstrategie, 30 Prozent der zerstörten Ökosysteme zu renaturieren, erreichen wollen. Das Überleben tausender Tier- und Pflanzenarten ist in Gefahr aufgrund fehlgeleiteter EU-Landwirtschafts-, Energie-, Industrie- und Transportpolitik. Spätestens seit der Corona-Pandemie sehen wir, wie die Wildniszerstörung das Überspringen von Krankheiten auf den Menschen begünstigt und Millionen Menschenleben fordert.

Ich erwarte, dass die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten sich bei der UN-Biodiversitätskonferenz und bei der UN-Klimakonferenz im Herbst für ambitionierte, weltweite Maßnahmen im Kampf gegen das Artensterben und die Klimakrise einsetzen und naturbasierte Lösungen unterstützen. Die Europäische Union muss als Vorbild vorangehen, aber auch die nötige Unterstützung und Best Practices anbieten. Die Daten und Messmethoden der Europäischen Umweltagentur sind hierfür ein wertvoller Beitrag. Sie zeigen, wie Länder bereits vielversprechende Maßnahmen zur Wiederherstellung zerstörter Natur einsetzen. Durch die Begrünung städtischer Flächen und das Öffnen zugemauerter Kanäle und Flüsse wird die Widerstandsfähigkeit von Städten gegen Hitzewellen gestärkt und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger geschützt. Umweltverträgliche und lebensraumangepasste Formen der Landwirtschaft, wie die Agroforstwirtschaft oder die Paludikultur, die umweltverträgliche Bewirtschaftung von Mooren, zeigen, was möglich ist.“

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