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Urteil des Gerichtshofs (Große Kammer) in der Rechtssache C‑184/20 Vyriausioji tarnybinės etikos komisija

01 August

Montag, 1. August 2022

Urteil des Gerichtshofs (Große Kammer) in der Rechtssache C‑184/20 Vyriausioji tarnybinės etikos komisija

Verhütung von Interessenkonflikten und Korruption im öffentlichen Sektor

In Litauen muss jeder Leiter einer öffentlichen Einrichtung, die öffentliche Mittel erhält, eine Erklärung über private Interessen vorlegen. Ein Teil der darin enthaltenen personenbezogenen Daten werden auf der Website der litauischen Obersten Kommission für Dienstethik veröffentlicht, die diese Erklärungen entgegennimmt und kontrolliert.

Der Leiter einer öffentlichen Einrichtung, die im Bereich des Umweltschutzes tätig ist, beanstandet vor dem Regionalen Verwaltungsgericht Vilnius eine Entscheidung der Ethikkommission, mit der festgestellt wurde, dass er gegen seine Pflicht zur Abgabe einer Interessenerklärung verstoßen habe. Er macht u.a. geltend, dass durch die Veröffentlichung des Inhalts seiner Erklärung auf der Website der Ethikkommission sowohl sein Recht auf Achtung seiner Privatsphäre als auch das der anderen Personen beeinträchtigt würden, die er gegebenenfalls in seiner Erklärung angeben müsste.

Das Regionale Verwaltungsgericht Vilnius hat den Gerichtshof vor diesem Hintergrund um Auslegung der Datenschutz-Grundverordnung sowie der EU-Grundrechte-Charta ersucht.

Generalanwalt Pikamäe hat in seinen Schlussanträgen vom 9. Dezember 2021 u.a. die Ansicht vertreten, dass das Unionsrecht einer nationalen Regelung wie der streitigen entgegenstehe, wenn eine solche Maßnahme nicht geeignet und erforderlich sei zur Erreichung der Ziele der Verhütung von Interessenkonflikten und von Korruption im öffentlichen Sektor, der Erhöhung der Garantien für Redlichkeit und Unparteilichkeit der öffentlichen Entscheidungsträger und der Stärkung des Vertrauens der Bürger in das öffentliche Handeln.

Weitere Informationen


Judgment in Case C-184/20 Vyriausioji tarnybinės etikos komisija

(Approximation of laws)

The appellant is the head of a Lithuanian non-governmental organisation involved in environmental protection, which receives funding from EU structural funds. Because he failed to file his declaration of private interests on the website of the High Commission for the Prevention of Conflicts of Interest in Public Service (Lithuania), the latter adopted a decision in which it noted this failure. Subsequently, the appellant filed an action for annulment before the Lithuanian Regional Administrative Court.

That court decided to refer to the Court the question of the compatibility of the Lithuanian rules with the General Data Protection Regulation (GDPR) and the Charter of Fundamental Rights of the European Union (hereinafter ‘the Charter’), insofar as this regime provides for the online publication of the declarations of impartiality, which consist of the personal data of the managers receiving public funds and contain information on transactions concluded in the last 12 months with a value of more than € 3000.

Furthermore, it asked the Court to clarify whether, within the meaning of Directive 95/46 , the GDPR and the Charter, the online publication of a declaration of private interests which may indirectly disclose ‘sensitive data’ constitutes processing of special categories of personal data.

Background Documents C-184/20

Details

Date:
01 August
Event Categories:
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Organizer

EU Court of Justice

Venue

EU Court of Justice